Renovierungen

Große Glocke wird abgenommen

11. Juni 1943

Aus den Aufzeichnungen des Pfarrers Franz Xaver Ernst: „Heute, 11. Juni 1943, wird in Jägersdorf die größere Glocke abgenommen. An sich sollten beide Glocken abgenommen werden, jedoch der Pfarrer kann erreichen, daß wenigstens eine bleibt.“ (aus Widmann: Wolfersdorf, 1983)

Ob die Glocke dann für Kriegszwecke eingeschmolzen wurde, darüber liegen bisher keine Informationen vor.

Bau des Leichenhauses

Wohl im Jahr 1971 wurde mit den Planungen für das Leichenhaus begonnen. Am 31.1.1972 erfolgte die Begleichung der „Rechnung Beer Bauplan Leichenhaus“ in Höhe von 65,00 DM. Am 17.11.72 ist nochmals im Kassenbuch eine Ausgabe von 50,00 DM für „Kostenrechnung Bauplan“ vermerkt. Die Baukosten beliefen sich auf ca. 5850,00 DM, soweit dies aus den Ausführungen im Kassenbuch zuordenbar ist.

Das Leichenhaus wurde im Jahr 1972 errichtet und wohl am 26.11.1972 eingeweiht. Zumindest ist im Kassenbuch für diesen Tag vermerkt, dass die Kirchensammlung 105,31 DM einbrachte.

Zur Finanzierung des Leichenhauses wurde eine Umlage bei den Bewohnern (Höfen) erhoben, die im Kassenbuch als „Anteilsmäßiger Betrag für Kircheneigenes Leichenhaus“ tituliert ist. Die Umlage am 17.12.1972 erbrachte 3756,00 DM. Die Spanne ging von 34 bis 296 DM je Hof.

Ein neues Kreuz für das Leichenhaus kostete 425,00 DM. Finanziert wurde dies durch eine „Freiw. Sammlung für das Kreuz Leichenhaus“ am 25.11.1972. Neben den Höfen des Ortes beteiligten sich weitere Einzelpersonen und die Häuser am heutigen „Am Hölzl“. Die Sammlung erbrachte 730,00 DM und somit mehr als als Ausgaben für das Kreuz im Kassenbuch aufgeführt sind.

Im Jahr 1973 waren weitere Folgeinvestitionen notwendig. So sind im Kassenbuch beispielsweise noch aufgeführt, dass ein Ventilator, ein Tragweihkessel und ein Leichenwagen angeschafft wurden. Letzterer schlug mit 546,00 DM zu buche. 1974 erhielt das Leichenhaus dann auch noch Vorhänge.

Anschluss Wasser

Nachdem Jägersdorf eine neue Wasserversorgnung erhielt, wurde 1973 auch der Friedhof an diese angeschlossen. Bis dahin brachten die Jägersdorfer ihr Wasser zum Grabgießen selbst vom eigenen Hof mit oder holten es sich von den benachbarten Gehöften. Für den Anschluss stellte die Wasserversorgungsgruppe 697,40 DM in Rechnung (18.12.1973).

Renovierung Rauchfass

Im Jahr 1974 wurde das Rauchfass zur Reparatur gegeben und umfassend renoviert. Im Kassenbuch ist für den 20.12.1974 eine Ausgabe von 259,74 DM mit dem Titel „Rauchfaß rep. renov. neue Ketten u. Pfandl“ vermerkt. Ein stolzer Betrag, wenn man diesen ins Verhältnis zu den Kosten für das Leichenhaus setzt.

Erneuerung der Friedhofsmauer

Am 16.5.1975, 17.5.1975 und 20.5.1975 wurde die Friedhofsmauer durch die Jägersdorfer abgebrochen. 23 Personen sind auf einer handschriftlichen Erfassung der Arbeitsstunden aufgeführt (Arbeitsstunden Friedhofsmauer und Kirche). Am 19.7.1975 trafen sich die Jägersdorf wieder, um die Abdecksteine für die Mauer, die größtenteils wieder verwendet wurden, herzurichten. Sie leisteten 401,5 Stunden.

Renovierung der Kirche

1975 begannen auch die Außenrenovierungsarbeiten der Kirche. Die Kirche selbst erhielt ein neues Grundfest, wurde außen neu verputzt und gestrichen. Bei der Erneuerung der Fenster wurden leider die bemalten Fenster um den Altarraum entfernt. Die weitere Verwendung dieser ansprechenden Fensterbilder ist nicht bekannt.

Im Zuge der Sanierung erhielt der Turm einen neuen Zwiebelturm mit Schindeln. Vorher war der ursprünglich ebenfalls geschindelte Turm mit Blech überzogen.

Im Jahr 1976 wurde mit der Sanierung der Kirche innen begonnen. Gemäß den Aufzeichnungen zu den Arbeitsstunden der hiesigen Bevölkerung begannen die Arbeiten am 24.6.1976 mit dem „Kirchstühle entfernen“. „Altäre, Bilder und Pflaster entfernen“ stand am 28.6.1976 auf der Tagesordnung. Das Abdecken des Daches erfolgte am 13.9.1976. Zwischenzeitlich waren wohl beauftragte Handwerker am Werken, denn die nächste Aufzeichung führt den 8.7.1977 auf mit dem Eintrag „Wasser, Ablauf gemacht“. Der letzte aufgeführte Tag, der 9.7.1977 verzeichnet als Arbeit „Friedhof hergerichtet“. Dies dürfte bedeuten, dass die Grobarbeiten wohl abgeschlossen waren.

Die Arbeitsstundenaufzeichnungen führen vier Personen auf, die bei den Arbeiten an der Kirchenmauer und der Kirche an allen Arbeitstagen mitgeholfen haben: Jakob Grünberger, Konrad Betzenbichler, Michael Schranner und Helmut Holzmaier. Insgesamt wurden nach dieser Aufstellung 410 Arbeitsstunden geleistet.

Renovierung Altäre

Nachdem die Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen waren, erschien folgender Bericht am 14.12.1984 im Freisinger Tagblatt:

„Hochaltar restauriert

Jägersdorf (ft) — Die Renovierung des Hochaltars in der St.-Leonhard-Kirche in Jägersdorf  sind seit kurzem abgeschlossen. Durchgeführt wurden diese Arbeiten von Kirchenmaler Hans Eder aus Vaterstetten.

In monatelanger Kleinarbeit legte er besonderen Wert auf die originalgetreue Gestaltung der zahlreichen Verzierungen an den Säulen, der Umrandung des Altarbildes und des Tabernakels.

Das Altarbild stammt vom Freisinger Maler F. Krippner aus dem Jahr 1908. Der Altar selbst wurde 1719 errichtet. Auf rund 11 000 Mark beliefen sich die Kosten für die Restauration.“

Pflasterung zur Kirche und zum Friedhof

August 2006

Befestigter Weg um die Kirche

Befestigter Weg um die Kirche

Der Zugang zur Kirche und zu den Gräbern auf dem Friedhof war bis dato gekiest. Auf Grund des demografischen Wandels ist auch bei uns der Anteil älterer Kirchenbesucher und solcher die auf technische Unterstützung, z. B. Rollator oder Rollstuhl, angewiesen sind gestiegen und werden noch weiter steigen.

Hilfe zur Selbsthilfe war angesagt, so dass in Eigenregie ein gepflasterter Weg im Friedhofsbereich und zum Kirchenzugang entstand. Bis zur Kirchentür ist nun ein barrierefreier Zugang möglich. Der Zutritt zur Kirche selbst erfolgt noch über eine Stufe. Bisher ist dies aber kein Problem, da die Hilfsbereitschaft der Jägersdorfer sehr hoch ist und diese letzte Hürde durch deren Unterstützung für jeden zu überwinden ist.

Der Friedhof glich zu der Zeit einer Großbaustelle, da die Wege zuerst mit technischem Gerät frostfrei ausgekoffert wurden. Auch war die Anzahl der Helfer sehr hoch, so dass an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet werden konnte und ein eigener Brotzeitdienst eingerichtet wurde. Neben der bisher schon vorhandenen Bereitschaft zur Mithilfe der Ortsbewohner kam diesmal die Zusage hinzu, dass die Arbeitsstunden vergütet werden. Dieses Vorgehen war im Ort umstritten und wurde in den nächsten Jahren auch nicht mehr wiederholt.

Jahreszahl 2006 in Pflasterstein

Jahreszahl 2006 in Pflasterstein

Insgesamt betrugen die Kosten 12.206,00 €. 5870,00 € kostete das Material und 4094,00 € kam an Löhnen zusammen, wobei 343 Arbeitsstunden geleistet wurden. Außerdem wurden 91 Stunden Lader, Kipper usw. eingesetzt. Die Finanzierung erfolgte in etwa gleich aus dem Friedhofskonto und dem Kirchenkonto.

Das Endergebnis der Pflasterung ist aber gelungen und findet bei auswärtigen Besuchern immer wieder Anerkennung.