Mesnerdienst

Historie

Wohl in allen Dörfern mit einer Kirche gibt es einen Hof der den Hausnamen „Mesner“ trägt. Meist hat der Name aber nichts mehr mit der ursprünglichen Aufgabe zu tun. Mit einem Jahr Unterbrechung ist der Mesnerdienst in Jägersdorf bisher wohl seit jeher mit dem Anwesen verbunden. In einem Auszug aus dem Kirchdorfer Trauregister, das als Beilage (Zettel) auf Seite 262 dem Kirchenbuch Wolfersdorf beiliegt, heißt es: „13.8.1833 Johann Lorenz, angehender Mesner von Jägersdorf “ heiratet die Witwe Walburga Gretsch. Dies ist der älteste bestehende Nachweis. Es ist wohl davon auszugehen, dass die im Kirchbuch zu früheren Zeiten aufgeführten Bewohner des Mesnerhofes ebenfalls den Mesnerdienst versehen haben.

Offiziell gibt und gab es wohl immer eine Person, die als „Mesner“ geführt wird. Bis 1976 waren dies sicherlich immer die Männer, da die Mesnerin einen Platz auf der „Weiberseite“ im Laiengestühl hatte, während dieser auf der Männerseite fehlt. Allerdings erfolgte auf dem Hof immer eine Aufgabenteilung. So berichtete Auguste Wildgruber, dass ihre erste Aufgabe nach der Stallarbeit am 18.7.1939 – einen Tag nach ihrer Hochzeit – das Putzen der Kirche war.

Vergütung

Heute ist die Vergütung des Mesnerdienstes tarifrechtlich festgelegt. Dies ist in Jägersdorf aber erst seit den 70er Jahren des 20 Jahrhunderts so.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war es so, dass der Mesner selbst seinen Sold bei den bäuerlichen Anwesen einmal im Jahr sich einholen musste. Je nach Hofgröße bekam er Mehl, 1 – 2 Laib Brot und Geräuchertes.

Sicherlich hat es wegen der schweren Zeit nach dem Krieg bei den Bauern keine Freude bereitet, Lebensmittel abgeben zu müssen. Nachdem dann der Mesnerdienst wieder an den Hof kam wurde es so geregelt, dass der Jahressold vom 1. Kirchenpfleger bezahlt wurde. Im Herbst oder zwischen Weihnachten und Neujahr ging der Kirchenpfleger von Hof zu Hof und sammelte das Kirchgeld, das auch für Renovierungen etc. verwendet wurde, ein. Die Höhe des Betrages richtete sich nach der Hofgröße (Fläche). Ab den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dies immer schwieriger und einzelne Bauern zahlten auch nicht mehr den eigentlich festgelegten Betrag.

In den 70ern gab es auch vom Gehalt her eine Aufbesserung. Nachdem die Mesnerin von Palzing berichtete, dass sie für das tägliche Geläut Geld bekommt, gab es pro Tag 1 DM auch in Jägersdorf. Kurze Zeit später übernahm dann das Ordinariat die Bezahlung und für das Läuten gab es 3 DM am Tag.

Mesner in Jägersdorf

seit 2002

Elfriede Neuhauser

1976 – 2002

Auguste Wildgruber

1952 – 1976

Klement Wildgruber

1951

Josef Holzmair (Kramervater)

1884 – 1951

Anton Lorenz

Er wurde mit 13 Jahren Mesner. Hierzu war eine schriftliche Genehmigung des Ordinariats erforderlich.

1833 – 1884

Johann Lorenz

Es könnte sein, dass dazwischen für ein paar Jahre der Sohn Anton Lorenz, der aber 2 Jahre vor seinem Vater starb, den Mesnerdienst versah.

?1804 – 1833

Mathias Gretsch

?1750 – 1804

Thomas Bader