Weihnachtskrippe

Besichtigungsmöglichkeiten

Die Krippe ist vor und nach den Gottesdiensten oder den Rosenkränzen zu besichtigen.

Link zur Gottesdienstordnung im Januar.

Außerhalb dieser Zeiten kann beim Mesner nach dem Schlüssel gefragt werden.

Die Krippe steht voraussichtlich bis Maria Lichtmess.

Der Beginn

Zu Weihnachten 2004 wurde in der Kirche wieder ein Kripperl aufgestellt. Ein einfacher, bemalener Stall war jahrzehntelang im Turm der Kirche gelegen. Konrad Widmann erzählte bei einem Jägersdorfer Stammtisch, dass Pfarrer von Döllen eine Figur aus dem Sakristeifenster warf, da ihm das von Klement Wildgruber (Mesner in Jägersdorf) aufgestellte Kripperl nicht gefiel. Daraufhin hätten die beiden eine lautstarke Auseinandersetzung in der Sakristei gehabt, die von den Kirchenbesuchern mitverfolgt werden konnte. Ansonsten kann sich keiner mehr an ein Kripperl erinnern.

Jägertsdorfer Krippe 2004

Jägertsdorfer Krippe 2004

Da ein Stall allein keine Krippe ergibt, spendeten Elfriede und Johann Neuhauser neue Krippenfiguren. Eine ursprüngliche Krippenfigur könnte die auf der Weiberseite unterhalb der Empore angebrachte Figur der knienden Maria sein.

Nachdem der Anfang eines Jägersdorfer Kripperls gemacht war, wurde der in seinen Farben ausgebleichte Stall im Jahr 2005 „renoviert“ und stand pünktlich zum damals noch traditionellen Engelamt an Heilig Abend um 8.00 Uhr in der Kirche.

Die überraschende Wende

Beim Jägersdorfer Stammtisch am 26.11.2006 berichtet Birgit Festner, die sich um den weiteren Ausbau des Kripperls angenommen hat, dass Josef Sebald sen. einen Stall für Ochs und Esel sowie weitere Ausstattungen bauen würde. Die Dorfgemeinschaft sicherte die Übernahme der Materialkosten zu.

Kripperl 2006

Kripperl 2006

Da zu wenige Schafe das Kripperl schmückten, hatte Birgit Festner einen „Lieferanten“ ausfindig gemacht. Die Zusagen wegen der Bezahlung aus der Ortskasse liefen etwas zäh, doch hatten sich Elfriede und Johann Neuhauser im Vorfeld schon bereit erklärt, ggf. auch die Kosten für die weiteren Schafe zu übernehmen.

Als der „Lieferant“ der Schafe dann aber liefern sollte, waren diese nicht mehr verfügbar. Bei der Nachfeier zum Dorffest am 17.11.2007 fand sich aber eine Lösung: Aus den Gewinnen der letzten Jahre wurden 1.000,00 € für den Aufbau eines hochwertigen Kripperls bereitgestellt. Von diesem Zeitpunkt an kümmerten sich Birgit Festner, Elfriede und Johann Neuhauser, Claudia Ziegltrum und Josef Sebald sen. um die weitere Planung und den Ausbau. Dabei wurde der Rat beherzigt, dem Kripperl einen engen Bezug zum Ort zu geben: Die Figuren sind größtenteils mit von Jägersdorfern getragenen Kleidungsstücken angezogen und das Hintergrundbild ist die aktuelle Ortsansicht. Damit wird das Motiv vom Hochaltar in der Krippe mit aufgenommen.

Der heutige Aufbau

Ab Januar 2008 begannen dann die ersten Arbeiten am neuen Kripperl. Krippensachverstand holte man sich bei Cilli und Hias Beisser aus Flitzing, die bereits mehrere Kirchenkrippen aufgebaut haben. In Absprache mit Pfarrer Franz Turek wurden im März die grundlegenden gestalterischen Rahmenbedingungen festgelegt und noch im gleichen Monat mit den Bauarbeiten im ehemaligen Stall der Familie Neuhauser begonnen.

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Jägersdorfer Kripperl

Die Krippe steht auf fünf Holzständern. Auf der Sperrholzgrundplatte ist eine Landschaft aus Styrodur, Krippenleim, Wurzeln und Farbe modelliert. Ein zusätzlicher Stall für Ochs und Esel ist als „Anbau“ ausgeführt. Bei der farblichen Gestaltung unterstützte Nanni Littel-Wöhrl. Den Rückwandabschluss bildet ein Metallgestell (von Franz und Michael Lorenz) zur Aufnahme einer Platte für die Hintergrundgestaltung.

Die ersten Krippenfiguren (Maria, Josef, Jesukind) kamen von der Holzschnitzerei Kreutz in Gröbenzell. Da sich die zunächst verwendeten Schafe als zu groß herausstellten, sind diese im Jahr 2009 durch Schafe der Größe 22-25 der Fa. Heide, bezogen über die Fa. Aust in Jettingen, ersetzt worden. Dabei handelt es sich um Schafe aus Holzkörper mit Schafwolle. Derzeit zieren 17 Schafe und zwei Lämmer die Krippe.

Ebenfalls im Jahr 2009 erwarb man zwei Hirten und die Heiligen Drei Könige. Bernd Flassak, Kirchenmaler aus Wolfersdorf, malte das Hintergrundbild, welches Jägersdorf im Jahr 2009 zeigt.

In den Folgejahren kamen ein weiterer Hirte, ein Hund, drei Enten, Ziegen sowie diverse Kleinteile hinzu.

Neu 2014: Ziegenbock, Kamel, 2 Bäume

Herkunft der Materialien zur Bekleidung der Figuren

Alle Figuren sind mit Verbandmull von Maria Sebald (1898 – 1976) gewickelt.

Josef

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Hut handgefilzt von Birgit Festner

Stoffe von Cilly Beisser (Flitzing)

Maria

Maria

Weiße Schürze von Marianne Sebald

Bluse – Spitzentaschentuch von Annemarie Nißl (Oberhaindlfing)

Restliche Stoffe von Cilly Beisser

Jesukind

Jesukind

Gewickelt in ein Spitzentaschentuch von Annemarie Nißl

König Caspar

Mohr

Silber-Spange, die das Kleid zusammenhält, ist von Auguste Wildgruber

Kopfschmuck ist von Evelin Grünberger

Goldspitzen von Rosi Ziegltrum

König Melchior

Melchior

Goldfarbener Stoff vom Oberteil und goldene Kette, die den Mantel ziert, von Evelin Grünberger

Goldspitzen von Rosi Ziegltrum

König Balthasar

Kaspar

Goldfarbene Spange am Mantel von Evelin Grünberger

Goldspitzen von Rosi Ziegltrum

Hirtenjunge

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Hemdstoff von Claudia Ziegltrum

Hut und Janker handgefilzt von Birgit Festner

Hirte mit Lampe

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Hemdstoff von Claudia Ziegltrum

Strickjacke aus Wolle von Maria Sebald gestrickt

Hut handgefilzt von Birgit Festner

Hirte mit Schäfchen

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Hemdstoff von Xaver Lorenz

Umhang aus Anzugstoff von Horst Neuhauser

Wadelstrümpfe und Mütze aus Wolle von Maria Sebald gestrickt

Bisherige Sonderveranstaltungen

Gottesdienst mit alpenländischen Liedern

13.12.2008  Gottesdienst mit alpenländischen Liedern zur Adventszeit durch den Sepp-Radlmaier-Chor, a cappella vorgetragen. Anschließend Glühweinausschank auf dem Kirchenvorplatz.

Wolfersdorfer Krippenroas

Seit 2014 steht in der Filialkirche Oberhaindlfing eine neapolitanische Krippe. Somit sind in der Pfarrei Wolfersdorf nun drei Krippen. Neben der orientalischen Krippe in der Pfarrkirche Wolfersdorf eine alpenländische in Jägersdorf. Im Rahmen einer Krippenroas geben die Köpfe hinter den Krippen Einblick in die Entstehung, ihre Ideen, was sie antreibt und geben dazugehörige Anekdoten zum Besten.

Der Name „Roas“ hat zwei Bedeutungen. Eine „Roas“ bezeichnet zum einen eine Reise. Und eine – wenn auch kleine – Reise ist notwendig, um die Krippen in den drei Orten zu besuchen. „Roas“ bzw. „roasen“ kann aber auch schnell laufen, rennen bedeuten. Da an Mariä Lichtmess, also dem 2. Februar, in den Kirchen die Christbäume und als letzter Termin auch die Krippen abgebaut werden, muss man sich sputen. In vielen Kirchen war der Abbau der Krippen bereits an Sebastian (20. Januar) getreu dem Motto „Sebastio bricht´s Kripperl o“. Allerdings würde sich in den Filialkirchen, mit meist nur einem Gottesdienst in der Woche, der Aufwand für den Aufbau dann nicht lohnen. Es bestünde somit die Gefahr, dass viele der mit viel Engagement und Liebe zum Detail erstellten Krippen verschwinden würden.

Hinter jeder Krippe verbergen sich Personen, Ideen und Geschichten. Durch die alleinige Betrachtung sind aber die Intensionen und Überlegungen nicht zu erahnen bzw. zu erkennen. Einblicke können hier nur die Erbauer selbst geben.

Die Wolfersdorfer Krippe ist eine Spende der Familie Franz Bauer an die Pfarrkirche Wolfersdorf im Jahr 1981. Franz Bauer ist im Landkreis ein bekannter Krippenbauer und gründete zum Erfahrungsaustausch den Freisinger Krippenverein. Alle Figuren und Landschaften des Wolfersdorfer Kripperls sind von Franz und Martina Bauer selbst geschnitzt, gebaut und bemalt. Der Drang nach Wissen um Krippen und die detailgetreue Darstellung brachte Kontakte zu Krippenbauern in ganz Europa. Das dabei zusätzlich erworbene Wissen fließt noch heute in die Gestaltung der Krippe ein. So kommt es, dass sich der Aufbau stets ändert.

Wolfersdorfer Krippe

Wolfersdorfer Krippe

Ein ganz anderer Weg wurde beim Kripperl der Dorfgemeinschaft Jägersdorf gegangen. Der Ursprung dort war ein alter Krippenstall, der im Glockenturm schon deutlich Staub angelegt hatte. 2004 holten die Mesners Elfriede und Hans Neuhauser diesen in die Kirche zurück. Im Ort konnte sich keiner mehr an eine Krippe erinnern, lediglich Konrad Widmann berichtete, dass es in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts einen lautstarken Disput zwischen dem damaligen Pfarrer und dem Mesner in der Sakristei gab, den die Kirchenbesucher mitverfolgen konnten. Eine Krippenfigur soll dabei sogar durchs Sakristeifenster geflogen sein. Seit 2008 kümmert sich nun die Dorfgemeinschaft unter der Regie von Birgit Festner um den Ausbau des Kripperls, das viele Elemente zu den Bewohnern und dem Leben dort aufweist.

In Oberhaindlfing ist einer der Köpfe hinter der neuen Kripper der Kirchenpfleger Johann Nißl. Nach der Kirchenrenovierung kamen ein paar Oberhaindlfinger auf den Kirchenpfleger zu, was man denn nun anpacke. So kam es zur jüngsten Krippe in der Pfarrei, die seit Weihnachten 2014 vor dem Seitenaltar steht. Viel Bauernschläue aber war notwendig, damit der Krippenbauer in Neapel, bei dem auch der König von Spanien einkauft, mit seinem Preis der „armen“ Oberhaindlfinger Delegation entgegen kam. Nun stehen die neapolitanischen Figuren in einer Ruine, die an den Einsturz der Oberhaindlfinger Kirche am 15.8.1907 erinnern soll.

Oberhaindlfinger Krippe

Oberhaindlfinger Krippe

Die Krippenroas am Sonntag, den 1. Februar, beginnt um 13.00 Uhr in Wolfersdorf und führt dann über Jägersdorf (ca. 14.00 Uhr) nach Oberhaindlfing (ca. 15.00 Uhr), wo bei Glühwein die Eindrücke und Geschichten verarbeitet werden können.

Verantwortliche und Helfer

Birgit Festner, Josef Festner, Marianne Lorenz, Evelyn Grünberger