Kapelle, Wegkreuze, Marterl

Kümmerniskapelle

 „Nördlich von Jägersdorf, seitwärts der Straße nach Heigenhausen, stand in früheren Zeiten eine Kapelle der hl. Kümmernis (Wilgefortis), die in der Säkularisation um 1815 abgebrochen wurde. An der Stelle wurde später eine Gedenksäule errichtet mit Bild der hl. Kümmernis und einer Inschrift“ (aus Radlmaier).

Diese Gedenksäule stand bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die Kapelle stand in etwa an der in der Karte markierten Stelle. Link zum BayernAtlas.

An die Kapelle erinnert heute noch eine Flurbezeichnung und ein Kreuz. Dieses Kreuz, das heute meist „Schmiedkreuz“ genannt wird, war aber einem Großteil der Jägersdorfer nicht als Gedenkkreuz bekannt, bis uns die Aufzeichnungen von Josef Festner sen. und Josef Sebald sen. in die Hände fielen. Nachdem man im Ort 2007 der Meinung war, dass eine Dorfchronik eine interessante Sache wäre, haben die beiden mit der Sammlung von Informationen begonnen. Zur Kümmerniskapelle schrieben sie, mit einer persönlichen Geschichte angereichert:

Kümmernis (Wilgefortis) (Originaltext von Josef Festner sen.)

„Die Kapelle die wurde 1815 abgebrochen und später eine Gedenksäule mit der Statue der hl. Kümmernis errichtet.
Man erzählt, als die Gedenksäule abgefault war, wurde sie zum Strohmair in den Schuppen gelegt. Dort lag diese abgefaulte Säule mit dem Bildnis einige Jahre.

Dann kam eine gewisse Frau Th. Sch. aus München (die später in Billingsdorf ein Haus baute und viele Katzen hatte. Als ich (da Hoada-Sepp) und die anderen Kinder zur Schule gingen riefen wir zur Katzenres(i) miau-miau-miau , was mir einmal eine Ohrfeige einbrachte.

Diese Frau sah das Bild der hl. Kümmernis und sagte, sie wolle das Bild mitnehmen und es restaurieren lassen. Aber dieses Bild wurde nie mehr gesehen. Alsdann errichtete man ein Kreuz, das beim Schmiedfeld an der Straße nach Heigenhausen hingestellt wurde.

Bei der Flurzusammenlegung wurde das Kreuz restauriert und an eine neue Stelle gestellt. Es steht jetzt an der Gabelung der Straße Heigenhausen/Geierlambach.“

Schmidkreuz

100-0061_imgAn der Wegkreuzung Jägersdorf/Heigenhauen/Geierlambach/Billingsdorf haben im Jahr 1989 Maria und Xaver Lorenz, Schmied von Jägersdorf, das Wegkreuz renovieren lassen. Deshalb wird es auch manchmal als Schmiedkreuz bezeichnet.

Das Kreuz wurde wahrscheinlich in den fünfziger oder sechziger Jahren als Erinnerungskreuz an die Kümmerniskapelle (siehe „1815 Abbruch der Kümmerniskapelle“) aufgestellt. Es stand ursprünglich ein paar Meter weiter nördlich. Der neue Platz ist bedingt durch die Flurneuordnung in den achtziger Jahren.

Das Jahr 1989 ist im Fundament des Kreuzes vermerkt.

Das Wegkreuz ist im Mai 2013 abermals renoviert worden. Marianne und Franz Lorenz haben die Tradition fortgeführt und sich um die Sanierung des Kreuzes gekümmert und alle anfallenden Kosten übernommen.

Aufstellort des Schmidkreuzes: Link zum BayernAtlas mit Positionsangabe.

Wimmerkreuz

paulikreuz_1-2012Das „Wimmerkreuz“ ist westlich von Jägersdorf auf dem Weg Richtung Wasserhaus.

Die Fam. Thalmair (Hofname Pauli) hat sich des Kreuzes angenommen und es renovieren lassen.

Leider liegen bisher keine Informationen zu dem Wegkreuz vor.

Aufstellort des Wimmerkreuzes: Link zum BayernAtlas mit Positionsangabe.

Strohmairkreuz

strohmeierkreuz_1-2012Das „Strohmaierkreuz“ ist südöstlich von Jägersdorf auf der Straße Richtung Palzing. Vor der Flurneuordnung stand das Kreuz etwa 50 Meter weiter südöstlich.

Welchen Namen das Kreuz früher trug und warum es aufgestellt wurde ist nicht bekannt. Der Name bezieht sich auf den Hofnamen der Familie (Fam. Bauer), die das Kreuz letztmals hat renovieren lassen.

Aufstellort des Strohmairkreuzes: Link zum BayernAtlas mit Positionsangabe.

Flurneuordnungskreuz

brummerkreuz_aIn den achtziger Jahren fand im Ort eine Flächenzusammenlegung statt. Die beiden Vorsitzenden des Verfahrens, Ludwig Ismaier und Josef Sebald, stellten zum Dank ein Feldkreuz auf. Es steht an der Abzweigung nach Kirchdorf am Brummerweiher. Das Feldkreuz ist aus Eiche und wurde von Josef Sebald geschreinert. Ludwig Ismaier grub und betonierte das Fundament, in dem die Jahreszahl 1988 eingezeichnet ist.
Ursprünglich war das Kreuz nur mit einem Heiland bestückt. Die Fam. Ismaier ergänzte später die Mutter-Gottes und sie kümmert sich um die regelmäßige Pflege.

Aufstellort des Flurneuordnungskreuzes: Link zum BayernAtlas mit Positionsangabe.

Marterl 14 Nothelfer

Die Älteren Dorfbewohner (über 70) erinnern sich noch an das Marterl am Hutgraben. Früher gingen die Jägersdorfer nicht über die heutige Teerstraße nach Wolfersdorf, sondern über den Weg „Am Hölzl“. Um abzukürzen gingen sie direkt und auf kürzestem Weg vom Reimer quer über die Wiese und überquerten den Hutgraben mittels zweier dort über den Bach gelegte Laden (dicke Bretter). Auf der östlichen Seite war dann unmittelbar am Bach in der Moarwiesn ein Marterl, das den 14 Nothelfern geweiht war. Das Martel bestand aus einem etwa mannshohen Holzpflock auf dem ein Bildstock angebracht war. Wahrscheinlich handelte es sich um ein Marienbild, welches durch ein Gitter geschützt war. Es stand bis etwa Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Ehemaliger Aufstellort des Marterls: Link zum BayernAtlas mit Positionsangabe.

Zu diesem Marterl gibt es  eine gruselige Sage:
Ein Mann wurde im Bereich der Kümmernis-Kapelle enthauptet. Er soll dann noch von dort bis zu der Stelle des Marterls den Bach abwärts gegangen sein. An der Stelle, wo er zusammenbrach bzw. wo man ihn fand wurde das Marterl aufgestellt.
Leider gibt es bisher keine Dokumente wann das war und wer das Marterl aufgestellt hat.