Filialkirche St. Leonhard

Vorgeschichte

In der Mitte des Dorfes liegt an leichter Osthanglage in ummauertem Friedhof die Barockkirche, 1717 vom Moosburger Maurermeister Gregor Wagner und Zimmermeister Thomas Mayr aus Hartshausen errichtet. Der Neubau war nötig, weil das alte Gotteshaus, das schon unter Bischof Konrad III. von Freising (dem Sendlinger) (1314 – 1322) in der Matrikel 1315 erwähnt wird, zum Teil eingestürzt war.

Nach Bühler beschreibt Landersdorfer in seiner Visitation auf Seite 735 und 736, dass der Ortsname Jehensdorf sei und das Gericht Moosburg. Als Patrone sind Leonhard und Stephan genannt. Bühler verweist aber in der Fußnote, dass der Patron Stephan zwar auf Seite 735, auf Seite 736 aber Maria Magdalena genannt ist. Das Einkommen ist 2 fl 1 s. Als Inventar werden genannt: 2 Altäre, Friedhof, 2 Kelche, 4 Messgewänder. Die Umzäunung des Friedhofs findet besondere Erwähnung: „und an allen dingen grosser mangel“ (nach Bühler).

Brenninger Georg berichtet über die Kirche Jägersdorf:

„Dehio gibt als Erbauungsjahr dieser Filialkirche 1719 an. Wir können dies nun spezifizieren, indem in den herangezogenen Archivalien die ganze Baurechnung vorliegt. Daraus geht hervor, daß der Kirchenbau deswegen notwendig wurde, weil das alte Gotteshaus zum Teil eingestürzt war. Von den vielen namentlich aufgezählten Handwerkern, die insgesamt eine Summe von 1247 fl veranschlagten, waren für den Moosburger Maurermeister Gregor Wagner 460 fl und Zimmerermeister Thomas Mayr aus Handtshausen (?) 109 fl vorgesehen.
Eine weitere  Akte berichtet uns, daß 1776 der Moosburger Maurermeister Anton Thalhamer Baureparaturen an der Kirche vornahm und die Friedhofsmauer erneuerte.“

Von 1714 – 1725 war Friedrich Thalhauser aus München Pfarrer, nachdem er 40 Jahre lang Vikar bei den verschiedenen Neustifter Klosterpfarreien war. Wahrscheinlich ist es ihm zu verdanken, daß in Jägersdorf ein Abglanz jener barocken Pracht zu finden ist, die an der Kirche und dem Kloster der Prämonstratenser in Neustift so viel bewundert wird.

Johann Franz Eckher von Karfing und Lichteneck (1695/96 – 1727) war Fürstbischof des Bistums Freising. Er wußte nicht nur als Reichsfürst aufzutreten und Feste zu feiern, sondern war aus tiefer Überzeugung zuerst Priester und Seelsorger. Es verging kaum ein Sommer oder Herbst, der den Fürstbischof nicht in seinem weiträumigen Bistum auf Pastoralreise sah. Allein im Jahr 1707 weihte er 21 Kirchen und 220 Altäre, dazu spendete er über 23383 Gläubigen das Sakrament der Firmung. Papst Clemens XI. (1700 – 1721) nahm dies mit Erstaunen und Bewunderung zur Kenntnis.

Bis 1924 gehörte Jägerdorf als Filiale zur Pfarrei Kirchdorf an der Amper. Widmann nennt als Datum den 7. Juni 1924. Neben Jägersdorf werden auch Berghaselbach (vormals Attenkirchen) und Thonhausen (vormals Zolling) eingepfarrt.

Keydel beschreibt die Filialkirche St. Leonhard wie folgt:

„In dem kleinen Dorf, tief in einem Talkessel gelegen, erfreut uns eine schmucke Barockkirche, 1717 erbaut, wie aus einer Steintafel auf der Ostseite des Turmes hervorgeht. Relativ hoch ragt das Kirchenschiff auf, im Osten schließt sich der abgerundete Chor ab. Der Turm mit quadratischem Querschnitt im Unterteil und einem schön gegliederten Achteck über der Giebelhöhe der Kirche steht im Norden zwischen Chor und Langhaus, ihn krönt eine schmucke Zwiebelhaube. Gegenüber im Süden ist die Sakristei angefügt. Rund um den ganzen Baukörper verläuft unter dem Dach ein mehrfaches Gesimsband. Den Eingang im Westen überdacht eine kleine, auf zwei Seiten offene Vorhalle.

Im Inneren flaches Gewölbe mit Gurtbögen gegliedert. Dem Besucher stechen sofort das mit feinem Stuck verzierte Chorgewölbe und die große Stuckmuschel über dem Hauptaltar ins Auge. Dieser stammt aus der Entstehungszeit der Kirche. Im Altarblatt zwischen zwei schönen Säulenpaaren wird die Muttergottes mit dem heiligen Leonhard dargestellt (1908), im Oberbild zwischen drei kleinen Engeln der hl. Josef mit dem Jesukind im Arm, die Assistenzfiguren stellen die hl. Korbinian und einen Bischof dar. Der schön gegliederte Tabernakel ist in Gold gefasst. Die einheitlich aufgebauten, deutlich heller gehaltenen Nebenaltäre entstanden 1790, ihre Altarbilder sind neu. Der nördliche Altar ist dem hl. Veit gewidmet, im Oberbild St. Antonius. Der Patron des südlichen Altars ist St. Laurentius, darüber das Bild des hl. Ignatius. Den Tabernakel ziert eine feine, sitzende Muttergottes mit dem Kind auf dem Schoß aus dem 17. Jh. Die hübsche Kanzel mit Stuckverzierungen (Blattgehänge) ist in weiß/rosa gefasst. Außerdem besitzt die Kirche noch weitere sehenswerte Kunstwerke: die wertvolle Muttergottes im Rosenkranz aus dem 16. Jh. im Chorbogen, im Langhaus ein hl. Sebastian aus dem 17. Jh. sowie Skulpturen St. Leonhard und St. Stephanus, im 18. Jh. geschnitzt. Einige Votivbilder erinnern an die frühere Wallfahrt zum hl. Leonhard. Die kleine Orgel auf der Empore stellt ein dreihundert Jahre altes Kleinod dar.“

Die nachfolgenden Beschreibungen basieren auf einer handschriftlichen Aufzeichnung von Pfarrer Franz Turek aus den 1970ern.

Baubeschreibung

Die Kirche ist ein Barockbau mit zeitgleicher Ausstattung.

Das Langhaus hat einen eingezogenem einachsigen Chor mit halbrundem Schluss. Der Turm ist an der Nordseite, die pultartig angebaute Sakristei an der Südseite des Chores. Den Eingang bildet ein niedriges Vorhaus an der Westseite des Langhauses.

Maße

Gesamtlänge 19,00 m

davon Langhaus 12,60 x 9,40 m;

Turm 3,88 x 3,10 m

Sakristei 4,765 x 3,44 m

Vorhaus 3,02 x 2,81 m

Der Unterbau des Zwiebelturmes ist in zwei schlanke hohe Geschosse durch hochrechteckige Mauerblenden mit dazwischenliegenden breiten Profilgesimsen gegliedert, der sich verjüngende Aufbau im hochbarocken Stil der Zeit gegen 1700 hat einen Zwiebelabschluss. Seit der Renovierung im Jahr 1976 ist der Zwiebel wieder geschindelt. Davor war der ursprünglichen wohl ebenfalls geschindelte Turm verblecht.

An der nordwestlichen Langhausseite ist ein querrechteckiges Fenster als Durchsicht zu den Altären.

Im Giebelfeld der westlichen Langhausseite ist eine rundbogige Mauernische.

Das Mauerwerk hat einen  glatten kalkweißen Verputz mit großformatiger rechteckiger Blendgliederung.

In der Turmostseite sind  zwei Kalksteine (oberer quadratisch, unterer rund) mit folgenden Inschriften:

„IHM / IAR“ bzw. „1.7.17./F.R.V.M.“

Der Dachstuhl ist aus der Erbauungszeit und wurde 2016 ausgebessert. Eingedeckt ist das Dach mit Biber.

Im Turminnern im Obergeschoss sind (mindestens) zwei Backsteine mit musterförmiger Einritzung bzw. IHS, im Hochformat verlegt.

Innenraum

Tonnengewölbe, im Langhaus über Wandpilaster mit Blattkapitellen.

Hochgesetzter Chorbogen – rundbogig.

An der Westseite des Langhauses drei Backsteine datiert bzw. signiert:

1717 // GW (= Maurermeister Gregor Wagner, Moosburg)

Backsteine mit Initialen des Baumeisters und Jahr

Backsteine mit Initialen des Baumeisters und Jahr

Bodenbelag: neues Solnhofener Pflaster diagonal verlegt, Chor um eine Stufe erhöht.

Korbbogige Fenster (2 bzw. 3×3) mit Antikglas in Hochrechteckrahmung. An den beiden Chorseiten statt Fenster große rundbogige, muschelförmig abgeschlossene Mauernischen mit Sohlbänken.

Deckengemälde

Jesus-Maria-Josef-Monogramme in drei Kreisen.

Deckengemälde Jesus

Deckengemälde Jesus

Deckengemälde Maria

Deckengemälde Maria

Deckengemälde Josef

Deckengemälde Josef

Die Besucher tun sich meist schwer in der Deutung „IOS“. Dass Steve Jobs, Applegründer, hier in der Kirche Jägersdorf die Eingebung für den Namen seines Betriebssystems hatte, glauben sie aber auch nicht.

Chor

Stuck an der Decke des Altarraums

Stuck an der Decke des Altarraums

Stuck im Chor, Decke mit Akanthus in vier Feldern sowie im Chorschluss große Muschel.

Stuckiert sind auch die Apostelkränze und die Kanzel.

Kanzel

Kanzel

Kanzel

Gemauerter Aufgang von der Sakristei aus, um 1720

sechsseitiger Korpus mit Knauf

Glöckchengehänge in den schmalhoehn Feldern

sechsseitiger Schalldeckel

Unterseite: Heiliggeisttaube aus Holz, siloberbronziert

Empore

Die Empore stammt aus der Erbauungszeit. Sie ist aus Holz mit verputzter Brüstung (fünf Felder) und war ursprünglich ohne Stützen. Aus statischen Gründen wurden durch den Zimmerer Josef Grablichler, Jägersdorf, 201? zwei Stützen und eine Querstrebe eingebaut.

Neugotisches Gestühl, 2. Hälfte 19.Jh.

Sakristei

Rechteckiges Portal

Barocktüre mit altem Schloß und Eisenbändern. Als Bodenbelag Solnhofener Pflaster diagonal verlegt.

Stipkappentonnengewölbe. Rechteckiges Fenster im Osten. Schrankeinrichtung 1. Hälfte 20. Jhd., weiß lackiert.

Sakristeiglocke: Bronze versilbert (ø 10,5 cm, Ton d) in neuem schmiedeeisernem Gestell.

Sakristeiglocke

Sakristeiglocke

Eingang

Rechteckiges Westportal (von 1876, laut STAM, LRA 83759) mit barocker Bohlentüre, Eiche mit zeitgleichen Eisenbändern, Schloß 19. Jahrhundert. Vormals war im oberen Teil der Tür wohl eine ehemalige Annagelung von (Votiv-) Hufeisen erkennbar.

Tür an der Westseite

Tür an der Westseite

Türschloss

Türschloss

Glocken

Im hölzernen Glockenstuhl – signiert „18 LH 83“ – sind zwei Glocken, die größere von Johann Hahn, Landshut 1952 (Nr. 1308). Reliefs: hl. Gerog, Maria, Franz Xaver, Hildegard, Josef, Bruder Konrad, Durchmesser 83 cm, Ton b. Die kleinere von Ulrich Kottler, München 1878. Relief: Kreuzigungsgruppe bügelförmiger gußeiserner Aufhängung, Durchmesser 83 = 67 cm, Ton d.

Hochaltar

Hochaltar

Hochaltar

Vielsäuliges hochbarockes Retabel Ende 17. Jh. Holz in Schwarz-Goldfassung, Säulen rot marmoriert (Fassung 1984 Josef Eder, Vaterstetten) mit seitlichen Durchgängen, verkröpftem Gesims, Volutensprenggiebeln, Auszug, raumhoch

Stipes gemauert und verputzt, Stipsenverkleidung aus Holz aus dem 19. Jh.

Antritt Holz

Altarblatt

Thronende Maria mit Jesuskind, seitlich kniend hl. Leonhard und Engel, unten vor weiter Landschaft Kirche Jägersdorf und Bittende, (signiert) von „F. Kripper 1908″ (=Freising) ca. 2,75 x 1,74 m)

Über dem Altarblatt Cherub, auf dem Gebälk beiderseits je ein sitzendes hochbarockes Engelein 17. Jh.

Über dem Auszugsgemälde ebenfalls Cherub

Volutensprenggiebel mit Maibüschen

Zweisäuliger Auszug mit Segmentgiebel über verkröpftem Gebälk

Hochovales Auszugsgemälde hl. Josef mit Jesuskind.

Als Abschluss geflammte Strahlensonne mit IHS-Monogramm.

Tabernakel

In klassizistischer Form, Holz neu vergoldet mit zweiflügeligen Türen aus dem 19. Jahrhundert

Geschlossener Tabernakel

Geschlossener Tabernakel

Offener Tabernakel

Offener Tabernakel

In den seitlichen rundbogigen Figurennischen spätbarocke Skulpturen hl. Paulus (29 cm) und hl. Petrus (30 cm), Holz polychrom gefasst (ohne Konsolen und Nimbus gemessen).

Paulus

Heiliger Paulus

Heiliger Paulus

Petrus

Heiliger Petrus

Heiliger Petrus

Seitlich auf dem Tabernakel Herz-Maria und Herz-Jesu-Skulpturen, auf Konsolen

Tabernakelkreuzaufsatz im barocken Stil, Korpus Holz Inkarnatfassung.

Über den seitlichen Durchgängen die spätbarocken Skulpturen des heiligen Korbinian (mit dem Bären) und hl. Bischof Bonifatius? aus Holz, poychrom gefasst.

Korbinian

Heiliger Korbinian

Heiliger Korbinian

Bonifatius?

Heiliger Bonifazius?

Heiliger Bonifatius?

Seitenaltäre

Zweisäulige Retabeln des Spätbarocks um 1730 mit Rocailleornamenten der Zeit um 1775 mit frühklassizistischem Einschlag in den Säulenkapitellen und Auszugsornamentik. Holz neue ocker-rot-grüne Marmorierung (1984). Stipes gemauert und verputzt, vorderseitige Stipesverkleidung Holz marmoriert, erneuerter Holzantritt.

Seitenaltar Nord

Seitenaltar Nordseite

Seitenaltar Nordseite

Altarblatt:

Hl. Vitus mit seitlichem Martyrium (Kessel mit siedendem Öl, 2. Hälfte des 19. Jh. (1,63 x 0,95m))

Mittelkartusche: „St. Vitus ora pro nobis“

Auf dem verkröpften Gebälk beiderseitig Vasenaufsätze mit Flammen,

Auszugsgemälde: hl. Antonius, 2. Hälfte 19. Jh.

Schrein:

Heiliger Michael

Heiliger Michael

In tabernakelartigem Schrein spätbarocke Skulptur des hl. Michael mit Kreuz und Flammenschwert (5 6,5 cm).

Auf dem Schrein Kruzifix aus Holz Schwarz-Goldfassung (64 bzw. 26 cm), Holz Inkarnatfassung, 18./19. Jh. ,Ornamentik in neugotischer Gürtlerarbeit, vergoldet.

Seitlich Ecce home (42,5 cm) und Schmerzhafte Muttergottes (40,5 cm), beide Spätbarock, Holz polychrom gefaßt (jeweils ohne Konsolen gemessen).

Zwei Leuchter, klassizistische Gürtlerarbeit, Messing getrieben und versilbert (55 cm)

Zwei Leuchter 18. Jhd., Holz silberbronziert (61,5 cm)

Seitenaltar Süd

Seitenaltar Süd

Seitenaltar Süd

Altarblatt:

Hl. Laurentius (mit seitlichem Martyrium – glühender Rost), 2. Hälfte 19. Jh.

Mittelkartusche „St. Laurentius ora pro nobis“

Auszugsgemälde hl. Franz Xaver.

Schrein:

Auf Gewölk sitzende Maria mit nacktem Jesuskind

Auf Gewölk sitzende Maria mit nacktem Jesuskind

In tabernakelartigem Schrein auf Gewölk sitzende Maria mit nacktem Jesuskind, hochbarock (51 cm) 2. Hälfte 17.Jh.

Auf dem Schrein Altarkreuz (Tumbakreuz) (55 bzw. 20 cm) 19. Jh. unter Totenschädel.

Am Sockel in Treibarbeit Mutter Anna das Marienmädchen lehrend

Figuren

Leonhard

Heiliger Leonhard

Heiliger Leonhard

Hochbarock, Holz polychrom gefasst (108 cm mit viereckiger Plinthe)

Stephanus

Heiliger Stephanus

Heiliger Stephanus

Hochbarock, Holz polychrom gefasst (99 cm mit viereckiger Plinthe)

Maria Magdalena

Heilige Maria Magdalena

Heilige Maria Magdalena

2. Hälfte 17. Jh., Holz polychrom gefasst (101 cm)

Sebastian

Heiliger Sebastian

Heiliger Sebastian

2. Hälfte 17. Jh, Holz polychrom gefasst (125 cm ohne Baumstamm gemessen)

Vortragekreuz

Vortragkreuz

Vortragekreuz

18. Jh., Holz polychrom gefasst (77 cm)

Chorbogenkruzifix

Chorbogenkruzifix

Chorbogenkruzifix

17./18. Jh., Holz polychrom gefasst

Rosenkranzmadonna

Rosenkranzmadonna

Rosenkranzmadonna

Rosenkranzmadonna (ohne Kind) auf schlangenumwundener Weltkugel 17./18. Jh. (stammt aus der alten Kirche von Wolfersdorf), hängt unterhalb des Chorbogenkruzifix.

Christus als der gute Hirte

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Christus als guter Hirte

wohl 19. Jh.

Immaculata

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Immaculata

wohl 19. Jh.

Kniende, betende Frau

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Kniende, betende Frau, um 1900, Gips polychrom gefasst. Aus der ehemaligen Krippe.

Bilder

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Herz-Jesu Farbdruck

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Herz-Mariä Farbdruck

Herz-Jesu bzw. Herz-Mariä Farbdrucke (60 x 44,5) von E.G. May, Frankfurt / Main.

Kreuzwegstationen

14 Kreuzwegstationen um 1900 (wohl von Krippner, Freising 1907, Hinweis in StAM, LRA 80935), Ö/L in Rahmen (76 x 61 cm + Aufsatz)

Die Kreuzwegstationen wurden wohl erneuert, denn Bühler zitiert aus einem Schreiben vom 16.8.1756 (AEM Pfarrakten Kirchdorf/Jägersdorf): „Auch in Jägersdorf konnten 1756 in der Filialkirche Kreuzwegstationen angebracht werden, nachdem die Bäuerin Catharina Milhammerin von Jehendorf vor ihrem Ableben eine entsprechende Vergabung gemacht hatte.“.

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Sonstige Ausstattung

Ewiglichtampel

Ewiglichtampel

Ewiglichtampel

Um 1900, neuromantisch, aus Messingguss.

Apostelleuchter

Ehemals aus der Bauzeit in einfacher Eisenarbeit.

Normalerweise hat eine Kirche zwölf Apostelleuchter. Im Laufe der Jahre, wahrscheinlich primär bei Renovierungsarbeiten, wurden es aber immer weniger. Johann Neuhauser und Xaver Lorenz haben deshalb  2008 sich nach neuen umgeschaut. Geplant war, dass Xaver Lorenz welche nach dem alten Vorbild schmiedet. Durch den Tod von Xaver Lorenz kam es aber nicht mehr zur Umsetzung und Johann Neuhauser fand mit dem Ansinnen lange Zeit kein Gehör. Im Jahr 2013 kam nach einem erneuten Anlauf aber dann doch Schwung in diese Angelegenheit. Michael Lorenz schmiedete neue Apostelleuchter und Sebastian Schweiger sen. ließ sie bei Bernd Flassak (Kirchenmaler) vergolden. Gemeinsam montierten die beiden Spender dann die neuen Leuchter.

Prozessionskreuz

18. Jhd., Korpus gegossen 1. Hälfte 20. Jhd., rot

Votivtafeln

Votivtafeln unter dem Kirchenpatron

Votivtafeln unter dem Kirchenpatron

Leonhard in Lichtloch, vor weiter Landschaft Rinder „Gewiße Eheleute verlobten sich hierher 1886.“ Öl-Blech in spitzbogigem Profilrahmen (42,6 x 36,9 cm).

Leonhard in Lichtloch, vor weiter Landschaft kniendes Ehepaar und Rinderherde. “Diese Tafel ließ renovieren Xaver Mair Altfischer von Helfenbrunn im Jahre 1959 (Jahreszahl erneuert) Sebastian Sigl Altfischer von Helfenbrunn, und Anna mein Eheweib, verlobten all unsere Pferd und Kühe hierher nach Jägersdorf, zu Sankt Leonhard, mit einer hl. Messe ein Opfer im Stock ein gewiß Gebet, nach gethannenen Gelübte ist Gott sey dank und den hl. Leonhard, ist alles frisch und gesund erhalten worden, anno 1732. Diese Tafel ließ renovieren Xaver Mair Altfischer von Helfenbrun, im Jahre 1868.“ Öl in Profilrahmen (42 x 66,5 cm).

Unter der Votivtafel wurde in den 70 oder 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine Dankkerze aufgestellt, die bei Kirchen und dem Rosenkranz auch angezündet wurde. Nach Jahren zeigte sich aber auf der Votivtafel eine Rußschicht. Seither wird die hier aufgestellte Kerze nicht mehr angezündet, um die Votivtafeln nicht weiter zu schädigen.

Leonhard, Rinder vor weiter Landschaft „Zwei Eheleute verloben sich hierher Ecc. rots 1895.“ Öl-Blech in Profilrahmen (32,6 x 38,6)

Chorgestühl

chorgestuehl

Stuhlanlage mit Wandschrank

Beiderseitige Stuhlanlage, teilweise erneuert, mit nördlichem zweitürigem Wandschränkchen (mit Eisenbänden) der Erbauungszeit.

Laiengestühl

Spätbarocke Eichenwangen der Bauzeit, je acht Bankreihen bei Mittelgang mit rechteckigen Namensschildern 19. Jh. aus Blech.

Namensschild Bäurin v. Jägersdorf

Namensschild „Bäurin v. Jägersdorf.“

Namensschild "Mesnerin v. Jägersdorf"

Namensschild „Mesnerin v. Jägersdorf.“

Auf der Empore neugotisches Gestühl, 2. Hälfte 19.Jh.

Beichtstuhl

Der Beichtstuhl ist hinter dem Hochaltar. Er wird seit Jahren nicht mehr genutzt und deshalb nutzt man den Platz als Lagerraum.

Opferstock

Opferstock

Opferstock

Aus der Bauzeit, Holz und schmiedeeiserne Arbeit mit Doppelvorhängeschloß (70 x 22 x 20 cm)

Die Füllung des Opferstocks lässt sehr zu wünschen übrig.

Liturgische Geräte

Hinweis: Die nachgenannten Gegenstände sind nicht in der Kirche gelagert!

Kelch: Beschau Augsburg, Meistermarke durchbrochen PS, Frührokoko um 1740 Silber vergoldet (22 cm). Laut Fußinschrift: gestiftet von „Georg Mairhofer Kracher von Pillingstorff“. Runder, leicht gekurvter Fuß mit s-förmiger Stegführung und reicher Treibarbeit in Frührokokoformen, dreiseitiger Volutennodus, Cuppaüberfang wie Fuß.

Ziborium runder Fuß und dreiseitiger Spiegelnobus 1. Viertel 18. Jh. (22,7 + 12 cm)

Monstranz, Frührokoko um 1745, Kupfer vergoldet (52 cm). Ovaler gekurvter Fuß mit Stegführung, dreiseitiger Volutennodus, vierpaßförmiges Schaugefäß, durchbrochener Kranz aus Voluten mit farbigen Steinen besetzt, oben zwei Englein eine Bügelkrone haltend, perlenartige Rosetten, Strahlenkranz mit Kreuzabschluß (blauer Stein).

Reliquiar, Kreuzpartikel, Frührokoko um 1745, Kupfer vergoldet und teilversilbert (41,8 cm) „renoviert in Moosburg 1905“.

Querovaler Fuß mit Abtreppung, kräftige Volutenstegführung mit Rocaille und Rosen in Treibarbeit, zweiseitiger Volutennodus, hochovales Schaugefäß mit reliquiar in Klosterarbeit, vergoldete Umrahmung mit acht farbigen Steinen besetzt, durchbrochene Volutenkrone versilbert mit zwei Englein, Rosenblüten und sieben farbigen Steinen, vergoldeter Strahlenkranz mit Kreuzabschluss (blauer Stein).

Leuchter 18./19. Jhd. Holz gedrechselt und silberbronziert (26 cm).

Vier Leuchter 18. Jhd. Holz silberbronziert (62,5 cm).

Zinnleuchter J. Reill 2. Hälfte 19. Jhd. (42cm)

Kanontafeln Mitte 19. Jh. Farbdruck in nachklassizistischer Gürtlerarbeit (36,2 x 31 bzw. 28 x 17 cm)

Rauchfaß und Schiffchen, nachklassizistisch 1. Hälfte 19. Jh. Gürtlerarbeit (26,5 bzw. 15,5 cm)

Zinnteller Freising MW in Querrechteck, rund (Æ 16,8 cm).

Zinnteller, 19. Jhd. oval (18 x 23,7 cm)

Zinnteller, Erding um 1760, FS (=Felix Sick), oval mit Volutenrand (19 x 27,5 cm)

Liturgische Bücher

Missale Romanum, Pustet Regensburg 1920

Dass. 1863

Dass. 1905

Missale Romanum, Gebr. Veith Augsburg 1759 (Proprium festorum, Anna Maia goerit Freising 1752).

Missae defunctorum Koesel Kempten 1842 (zwei Expl.)

Missae pro defunctis, Pustet Regensburg 1905.

Missae pro defunctis, Gottwald-Ausgabe 1942

Paramente

  1. Kassel weiß, Anfang 20. Jhd. Seidenmast
  2. Kassel rot, um 1920, Seidenmast
  3. Kassel violett, 1. Hälfte 20. Jhd. Seidenmast
  4. Kassel weiß, 1. Hälfte 20. Jhd. Seidenmast
  5. Kassel rot, wie oben
  6. Kassel schwarz, wie oben
  7. Kassel schwarz, wie oben
  8. Kassel violett, wie oben
  9. Kassel weiß, 1. Hälfte 19. Jhd. großes Kaselkreuz Immaculata, Gold- und Silberstickerei, farbige Blumen.

Motivfenster

Bis zur Kirchenrenovierung 1976 waren im Chorraum farbige Motivfenster eingebaut. Leider fanden sie nach der Renovierung keine Verwendung mehr in der Filialkirche. Den Dorfbewohnern ist nicht bekannt, was mit dieser sehr schönen Verglasung geschah.