Frisches Wasser für Jägersdorf

Der Großteil der Jägersdorfer hatte bis zur Wasserversorgung durch den Wasserzweckverband Paunzhausen keine befriedigende Wasserqualität in ihren Häusern. Bis dahin gab es drei „Versorgungsquellen“. Bezüglich Wasserqualität und Menge hatten die drei Gehöfte das beste Wasser, die den Bau des Brunnens in Jägersdorf (siehe Beitrag Brunnenbau unter 21.9.1947) zum Abschluss brachten.

Der größte Teil stieg aus diesem Projekt aus und war damit auf die Versorgung von zwei Wasserquellen in Billingsdorf abhängig. Dies ist insofern merkwürdig, da Billingsdorf von Jägersdorf aus gesehen auf dem Berg liegt. Allerdings liegen die Wasserquellen in Billingsdorf in geringer Tiefe, so dass das Wasser relativ einfach zu erschließen war. Die Bodennähe hatte aber den Nachteil, dass übergehende Jauchegruben, abfließendes Wasser aus den Dungstätten usw. schnell in das Trinkwasser gelangen konnten. Zudem waren die Leitungen von Billingsdorf nach Jägersdorf nicht sonderlich dick, so dass bei gleichzeitiger Wasserentnahme die Fließgeschwindigkeit an den Wasserhähnen sehr gering war. Ein Teil hatte deshalb eine Reserve in Jägersdorf (zwischen Helm und Moar) oder baute sich in den Häusern Druckerhöhungsanlagen ein. Dies hatte allerdings den Nachteil, dass bei deren Betrieb nachfolgende Gehöfte während der Betriebszeit ohne Wasser waren.

Ein weiteres Problem war, dass die Leitungen meist nicht frostfrei verlegt waren. Dies führte bei längeren Frostperioden zum Einfrieren der Leitungen. Man versuchte dem dadurch zu entgehen, dass man entlang der Leitungen eine „Dämmung“ aufzubaute, indem der Mist aus den Ställen als Bifang über die Leitung aufgebracht wurde. Die Leitungen waren allerdings nicht vermessen. Deshalb erfolgte diese Sicherungsmaßnahme nach Gefühl, so dass der Mistbifang meist deutlich neben den Leitungen lag. Besonders betroffen war ein Teil der Jägersdorfer während des kalten Winters 1963. Nach dem Einfrieren der Wasserleitungen mussten sie sich über Wochen das Wasser für die Häuser und die Ställe mit Eimern und Kannen beim Nachbarn holen.

Für die meisten Jägersdorfer war somit die Verlegung einer neuen Wasserleitung und eine zentrale Wasserversorgung ein Segen, auch wenn die zu erwartenden Kosten kontrovers, meist kritisch, diskutiert wurden.

Der Grundstein zu dieser Entwicklung wurde im März 1971 durch den Beschluss der Verbandsversammlung (heute Wasserzweckverband Paunzhausen) gelegt. Der Beschluss sah vor, den vorgesehenen Anschluss der Ortschaft Palzing an das Versorgungsnetz des Wasserzweckverbandes zurückzustellen, stattdessen den Anschluss der Gemeinde Dürnhaindlfing vorzuziehen. Ein entsprechender Antrag an die Regierung von Oberbayern wurde gestellt.

Am 12. Mai 1972 wurde der Beschluss der Baumaßnahme gefasst:

Anschluss der Gemeinde Dürnhaindlfing an die Leitung des Wasserzweckverbandes Paunzhausen. Ab Oktober 1972 bis ca. Mitte 1973 erfolgte dann der Anschluss an die Versorgungsleitung (Ringleitung) des Wasserzweckverbandes.

Ein Dank an Herrn Manfred Daniel, Verbandsvorsitzender des Wasserzweckverbandes Paunzhausen, der uns die Informationen zur Entscheidung, den Bau und den Anschluss lieferte und hierfür das ganze Archiv nach Informationen für uns absuchte.