Beschreibung der Geschichte Jägersdorfs durch Radlmaier

In der „Dorfgeschichte von Wolfersdorf“ schreibt Radlmaier ab Seite 107 über Jägersdorf:

„Die heutige Form des Ortsnamens stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist willkürlich festgelegt und entspricht nicht der geschichtlichen Vergangenheit. Jägersdorf hieß ursprünglich Johannesdorf. So wird es in der ältesten Urkunde von 957 genannt, nach welcher ein dort ansässiger Priester, namens Echo, Ackerland an den Freisinger Bischof Lampert vertauschte. Dieser Echo scheint so bedeutend gewesen zu sein, daß man allmählich nach ihm den Ort nur mehr Echosdorf oder „Echersdorf“ nannte, wie heute der Volksmund noch größenteils sagt. Wenn uns des öfteren in Urkunden oder in der Volkssprache die Form „Jechenstorff“ (1356) oder Jechersdorf begegnet, so darf darin wohl ein Anklang an den ursprünglichen Namen Johannesdorf bzw. eine Verschmelzung der beiden Bezeichnungen gesehen werden.

Kirchlich gehörte Jägersdorf früher zu Kirchdorf an der Amper. 1924 wurde es nach Wolfersdorf eingepfarrt. Es hat eine eigene Filialkirche, die 1315 zum erstenmal erwähnt wird. Sie war früher der hl. Magdalena geweiht und nunmehr dem hl. Leonhard. 1717 wurde die Kirche im Barockstil neu erbaut. Eine Inschrift an der Ostseite des Turms besagt: „IHM IAR 1717 FRVM.“ (vermutlich die Anfangsbuchstaben von den Namen der Erbauer). Die Kirche hat drei Altäre – der Hochaltar enthält ein neues Gemälde, St. Leonhard zu Füßen der Mutter Gottes darstellend; die beiden Seitenaltäre sind dem hl. Laurentius und dem hl. Vitus geweiht. An den Seitenwänden sind noch einige gute Statuen angebracht.

Nördlich von Jägersdorf, seitwärts von der Straße nach Heigenhausen, stand in früheren Zeiten eine Kapelle der hl. Kümmernis (Wilgefortis), die in der Säkularisation um 1815 abgebrochen wurde. An der Stelle wurde später eine Gedenksäule errichtet mit einem Bild der hl. Kümmernis und einer Inschrift.

Schulisch gehörte Jägersdorf auch schon nach Wolfersdorf, als es noch nicht dahin eingepfarrt war. 1848 wütete in Jägersdorf ein großer Brand, dem mehrere Anwesen zum Opfer fielen: Stuber, Haider, Wimmer, Wirt, Mair und der Huberstadel. Die Häuser, die bis dahin Holzbauten waren, wurden nun in Stein neu aufgeführt. An den Brand erinnert eine Gedenktafel in der Kirche.“

Es folgt dann eine Auflistung der Häuser von Jägersdorf mit einem kurzen Abriss der Hofeigentümer.

Zu den in Radlmaier beschriebenen abgebrannten Höfen haben Gespräche im Ort ergeben, dass der Stall des Brummers abgebrannt ist. Inwieweit der Huberhof betroffen war, konnte bisher nicht geklärt werden. Link zur Seite „Großer Brand“